Die berühmte Lutherstadt Wittenberg liegt an den südlichen Ausläufern des Flämings am nördlichen Elbufer. Als Ausgangsort der Lutherischen Reformationsbewegung war die Universitätsstadt ein geistiges und kulturelles Zentrum in Europa und ist heute ein weltbekanntes Touristenziel.
Erstmals 1180 als Burgward erwähnt, wurde Wittenberg 1293 das Stadtrecht verliehen. Ab 1422 Residenz der sächsischen Kurfürsten aus dem Hause Wettin, begann seine Blütezeit unter dem Kurfürsten Friedrich dem Weisen, der neben bedeutenden Bauwerken (Schloß, Schloßkirche, Elbbrücke) mit der Gründung der Universität (1502), der ersten landesfürstlichen Universtitätsgründung in Deutschland, die Stadt zu einem bedeutenden geistigen zentrum Deutschlands machte.
1508 kam Martin Luther als Augustinermönch an die Universität. Der seit 1512 als Professor der Theologie Tätige trat 1517 mit seinem 95 Thesen gegen den Ablass und bestehenden kirchliche Verhältnisse auf. Durch ihn wurde Wittenberg zum Ausgangspunkt der Reformation, von bedeutenden Persönlichkeiten wie Philipp Melanchthon, Johann Bugenhagen, Justus Jonas und dem Maler Lucas Cranach d. Ä. mit getragen.
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Sehenswertes
Das Renaissance-Rathaus (1524-40), der Marktbrunnen und die Bronze-Denkmäler der Reformatoren Martin Luther mit eisernem Baldachin und Philipp Melanchthon. Den Markt zieren schöne Bürgerhäuser aus dem 16. Jahrhundert, z.B. das Geburtshaus von Lucas Cranach d. J. Die spätgotische Schloßkirche (15./16. Jh., Conrad Pflüger), später Gedächtniskirche der Reformation ist mit ihrem 88 m hohen Turm eng mit der Reformation verbunden. An die 1760 im Siebenjährigen Krieg abgebrannte Holztür der Kirche hatte Martin Luther im Oktober 1517 seine 95 Thesen geschlagen. 1858 erhielt die Kirche eine bronzene Thesentür. Das älteste Gebäude Wittenbergs ist die dreischiffige gotische Stadtkirche St. Marien, die als Luthers Predigtkirche gilt.
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