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Gemeinde Großbeeren


Die Gemeinde Großbeeren, südöstlich von Teltow, zählt heute gut 5.000 Einwohner. Sehenswert ist Großbeeren wegen seiner historischen Architektur und der damit verbundenen Geschichte, wie z.B. der Gedenkturm, der an die siegreiche Schlacht vom 23.8.1813 gegen die Truppen Napoleons erinnert, die gelbe Schinkelkirche, oder die Bülowpyramide, eine Gedenktafel zu Ehren General Bülows.

  • Man vermutet erste Besiedlungen etwa vor 3.000 Jahren. 1271 wurde Großbeeren erstmals urkundlich als "Grossen Bern" erwähnt und wurde über viele Jahrhunderte von der Adelsfamilie von Beeren beherrscht.
  • Um 1812: Mit dem Tod von Hans Heinrich Arnold von Beeren, der Letzte seines Geschlechts, ging Großbeeren mehrfach in anderen Besitz über.
  • Am 23. August 1813 fand die siegreiche Schlacht der Preußischen Truppen unter General von Bülow gegen die französischen Truppen Napoleons auf dem Kirchhof in Großbeeren statt. Durch diesen Sieg konnte eine erneute Besetzung Berlins durch napoleonische Truppen verhindert werden. Als Andenken daran erinnert das Ortswahrzeichen, der Gedenkturm, der am 23.8.1913 in Anwesenheit von Prinz Eitel Friedrich eingeweiht wurde. 1906 errichtete man auf dem Windmühlenhügel ein Denkmahl zu Ehren General von Bülows in Form einer Pyramide, die auf der Berlin zugewandten Seite Bülows Ausspruch "Diesseits Berlins sollen unsere Knochen bleichen, nicht jenseits der Spree.", trägt. Sie besteht aus von Berlinern gesammelten beschlagenen Feldsteinen. (Zur Erinnerung an diese Schlacht veranstaltet die historische Darstellungsgruppe "6pfründige Fußbatterie Nr.16 der brandenburgischen Artilleriebrigade 1813 e.V." an diesem Platz der Bülow Pyramide alljährlich eine historische Gefechtsnachstellung.)
  • Ein besonderes Kleinod im Ortskern Großbeerens ist die sich durch reiches neu-gotisches Dekor auszeichnende Dorfkirche, entworfen vom großen preußischen Baumeister Schinkel und entstanden in der Zeit von 1818 bis 1820. Sie war ein Geschenk des preußischen Staates, als Dankeschön für die siegreiche Schlacht gegen die napoleonischen Truppen.
  • Im Jahre 1881 erwarb Berlin das Gut und machte es zu einem Rieselgut.
  • Von 1942 bis 1945 existierte während der Zeit des Nationalsozialismus ein faschistisches Arbeitserziehungs- und Gestapodurchgangslager in Großbeeren. Heute erinnern zwei Gedenkstätten, wie das Obelisk auf dem historischen Friedhof, an die Verbrechen und an die Opfer des Faschismus.
  • Nach 1945 prägte Großbeeren vor allem die landwirtschaftliche Produktion, das Institut für Gemüseproduktion der Akademie der Landwirtschaftswissenschaften der DDR und das IFA Fahrzeugwerk.
  • Mit dem Mauerfall und im Zuge der Deutschen Einheit kamen auf Großbeeren zahlreiche Veränderungen zu. Zwar gingen auch hier zunächst viele Arbeitsplätze verloren, aber es entstanden auch neue Betriebe, insbesondere das Güterverteilzentrum und zwei Hotels. Ebenfalls gehören nunmehr zwei neue Wohngebiete zu Großbeeren. Im Zusammenhang mit dem Ausbau der Hauptdurchfahrtstraße B101 entstand bis heute ein außerordentlich freundliches Ortsbild.



"6pfründige Fußbatterie Nr.16 der brandenburgischen Artilleriebrigade 1813 e.V."

Die Mitglieder dieses außergewöhnlichen Vereins betreiben aus Freude am Hobby die militärhistorische Darstellung mehrer preußischer Geschützgruppen aus der Zeit der sogenannten napoleonischen Befreiungskriege (1813-1815) auf historischen Schauplätzen in Deutschland und Europa. So auch alljährlich während des Siegesfestes in Großbeeren. Die hierbei eingesetzten preußischen Artilleriegeschütze (3 Haubitzen und 3 Kanonen) sind in Eigenleistung hergestellte Nachbauten. Entsprechend dem Exerzier-Reglement von 1812 sind zur Bedienung pro Geschütz jeweils 8 Mann notwendig. Zu der Darstellungsgruppe gehören weiterhin eine Artillerieeinheit der Hanseatischen Legion sowie 10 Kosaken. Der Verein umfasst gegenwärtig ca. 40 Mitglieder. Interessierte Darsteller, die sich in dem Verein engagieren möchten, können sich gerne an den Vorsitzenden Uwe Kober in Heinersdorf wenden - Tel.: (03701) 5 91 87.

Der Vereinsname hat historischen Bezug: Die "6pfründige Fußbatterie Nr.16 " operierte 1813 vorwiegend im nördlichen Sachsen-Anhalt und im südlichen Preußen. Sie bestritt in dieser Zeit mehrere Gefechte, unter anderem am 2. Mai 1813 das Gefecht bei Halle. Sie bewegte sich von Dessau über Halle, Treuenbrietzen, Dahme, Luckau und Calau. Während des Waffenstillstandes bezog die Batterie Contonnement in Golm bei Potsdam. Befehlshaber der Batterie waren 1813 nacheinander Cap. v. Bredow, Cap. v. Spreuth und Cap. Baumgarten. 1813 und 1814 war diese Einheit fester Bestandteil des 111. Armeecorps, auch Nordarmee genannt, unter Generalleutnant von Bülow. Die Fußbatterie nahm an den Gefechten in Halle, Arnheim, Antwerpen, Soissons und Compiegne teil. Ebenso an den Belagerungen von Wittenberg, Herzogenbusch und Gorkum. Die größten Schlachten der Batterie waren Großbeeren, Dennewitz, Leipzig, Laon u.v.m.















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